Wir haben immer eine Wahl – ganz gleich welchen Weg wir gehen!

Fragen führen auf den Lernweg, Behauptungen auf den Kritikweg!

Entscheiden Sie: Sind das Behauptungen oder auch schon Fragen?

 

Worum geht es eigentlich, wenn Menschen miteinander sprechen?

Wir sprechen miteinander über gar nichts und schließen Freundschaften.

Wir sagen oder schreiben Dringendes, Wichtiges, Entscheidendes und keiner hört, liest oder versteht es.

Wenn wir könnten, wie wir wollten, dann würden wir lieber nicht – oder doch oder wie und warum oder könnte da nicht doch?

 

Wenn wir miteinander sprechen, dann begeben wir uns außerhalb von uns, auf fremdes Territorium – hier ist alles anderes. Kommunikation heißt also „Draußen-sein“. „Draußen“ muss fast immer neu erkundet werden.

Das bedeutet, dass menschliche Kommunikation scheint für Missverständnisse und Pannen vielfältigster Art anfällig zu sein.

 

Fragen können das Erkunden erleichtern.

Fragen helfen Missverständnisse zu vermindern.

Fragen sind ein stolperfreier Weg zum Verstehen.

 

Wer versteht, entscheidet besser. Entscheidungen sind realisierte Antworten auf Probleme. Sie sind immer endgültig. In hierarchischen geführten Systemen zum Beispiel geht es nicht nur um willentliche Entscheidungen, die Antworten auf Probleme, sondern mehr darum, die Antworten für andere verständlich zu machen. Und nicht nur das, es gilt kritischen Fragen und emotionalen Widerständen standzuhalten, rationale Widerstände und sachbezogene Kritik zu integrieren, statt klein zu reden oder machthierarchisch durchzusetzen.

 

Konsens, Überzeugung, Glaubwürdigkeit und Vertrauen sind wesentlich. Überredung ist würdelos und damit unbrauchbar.

Der beste Weg zur Lösung jedweden Problems, also für Entscheidungen, besteht darin, zunächst bessere Fragen zu stellen.

Kluge Fragen stellen zu können ist eine Kunst. Eine Kunst im Sinne von, das respektvolle menschliche Miteinander zu ermöglichen.

 

Diese Kunst Im gegenwärtigen kommunikativen Geschehen, ganz gleich wo, ist weniger üblich. Doch Antworten will man schon haben. Ist das aber das „Wichtigste“ oder „Richtigste“, dann brauchen wir eben keine klugen und richtigen Fragen, dann können wir uns doch der Willkürlichkeit des Falls eines Würfels, des Drehen eines Glücksrades bedienen. Wunderbar: Sabbeln ohne Verantwortung. Es geht nicht darum, sich dem gegenwärtigen Hype anzuschließen, dass in der auf ständige Veränderung angelegten Gesellschaften Problemlösungen durch das Suchen nach den (möglichst) richtigen Antworten das Beste aller Möglichkeiten ist. Und in Krisenzeiten reicht es dann auch, das Querdenker, Außenseiter, Nonkonformisten, Exzentriker … eine wünschenswerte Bereicherung der eintönigen und eingefahrenen Alltagsroutine wären. Nein, es geht lediglich darum mit Unglauben auf das zu reagieren, was alle zu glauben scheinen und sich durchaus kritisch gegenüber Handlungsmaximen zu verhalten, die nach allgemeiner Auffassung die angebliche Ordnung begründen und nicht unbedingt die stillen Annahmen der plausibel und seriös daherkommenden Urteile zu akzeptieren. Wachsam sein!

Richtige (bessere, kluge) Fragen ergeben richtige (bessere, kluge) Antworten.

Niemals den Glauben an seine Fragen verlieren.

Haben wir immer eine Wahl, wenn wir mit einem anderen sprechen?

Was wäre für ein Gespräch sinnvoller: Fragen oder Behauptungen?

Kann man die besten Antworten bekommen, ohne zunächst die besten Fragen zu stellen?

 

Für den praktischen Alltag, ob nun privat oder beruflich, stelle ich mir ein Denken vor, das Fragen nutzt, um den Handlungsspielraum bei nahezu jeder Situation zu erweitern. Einen Handlungsspielraum zur Verfeinerung der eigenen Fragen, damit bei allem, was man tut, bessere Ergebnisse erzielt werden. Fragen die wir uns selbst als auch anderen stellen. Unser Denken erweitert sich, verändert sich. Alle denkbaren Probleme sind in Fragen wandelbar. Probleme lassen sich kaum mit demselben Denken lösen, durch das sie entstanden sind, da wir oft in den eigenen Routinen „gefangen“ sind und daher kaum wirkliche Alternativen entdecken können. Geübt sind wir allenfalls darin mit unendlichem Aufwand einen Lösungsweg zu finden und sind heilfroh, wenn er auf irgendeine Weise erlaubt, das Ziel zu erreichen. Diesen Aufwand verteidigen wir dann auch noch mit tausend Ausreden, als wäre er der Einzige, Wertvollste, Beste. Wir wählen in jedem Moment, jeder Situation, jedem Ereignis, jedem Gespräch, jeder menschlichen Begegnung. Jede Wahl wird von Gedanken, Gefühlen, äußeren Umständen beeinflusst. Mit der Annahme all dessen, was jetzt ist, können wir unseren Weg gehen. Entweder den Weg des Fragens oder den Weg des Kritisierens. Der eine führt zum Lernen der anderen in den Sumpf. Welchen Weg der Einzelne nun einschlägt hängt weitgehend von seinem Grundvertrauen (Urvertrauen) ab. Meistens ist es da, denn ohne Grundvertrauen würden wir morgens nicht einmal aus dem Bett steigen. Also, schon beginnen fast ganz automatisch die sinnvollen Fragen: „Wieviel Urvertrauen habe ich in dieser Situation?“ Kann ich aufgrund dessen das Gegenwärtige auch annehmen? „Kann ich die richtigen Fragen stellen?“ Habe ich Grundvertrauen in dem adäquaten Maße, dann habe ich auch den Mut durch Fragen zu Lernen, den Mut zur Bereicherung. Mir fallen die richtigen Fragen zu Klärung, zur Lösung ein: „Was ist passiert?“ – „Was will ich?“ – „Was sind die Fakten?“ – „Wovon gehe ich aus?“ – „Wovon kann ich ausgehen?“ – „Was kann ich lernen?“ – „Was sind meine Optionen?“ – „Was ist möglich?“ – „Wie gehe ich am besten vor?“ – Was denken und fühlen, wollen die anderen?“ „Was denke und fühle ich?“ – Wofür bin ich verantwortlich?“ – Der Raum für Fragen: Was? Wozu? Woraus? Wogegen? Womit? Woher? Wohin? Wovon? Wann? Wo? Warum? Wie? Wer? erweitert sich. Auch der Raum für weitere Gedankenspiele wie Rollen-, Kreativ-, Theaterspiele. Wenn mein Grundvertrauen gering ist, dann neige ich mehr dazu den Kritikerpfad, den „Sumpfpfad“ zu gehen, denn kritisieren geht immer oder das Warten darauf, das andere Antworten geben, Lösungen finden, die ich dann wieder kritisieren kann. Mir fallen nur Behauptungen, Vermutungen, Verallgemeinerungen, Automatismen ein oder „Wessen Schuld ist das?“ – Warum fällt mir nichts ein?“ – „Warum bin ich so ein Versager?“ – „Warum sind die anderen so dumm?“ – „Was ist nur los mit mir“?“ – „Was ist nur mit den anderen los?“ – „Wozu das alles?“ – Zack – und schon stehen wir knietief im Sumpf.

Kluge Fragen stellen zu können ist durch tagtägliches Üben erreichbar. Theoretische Denkmodelle reichen da nicht aus. Es muss auch praktiziert sein.

Für den Anfang wäre es hilfreich sich ein Wahllokal bildlich vorzustellen oder es sich auch auf einem Blatt Papier zu zeichnen und dieses dann als Unterstützung zu verwenden. Wie einen „Knoten im Taschentuch“ oder ein „Merkzettel“. Mir wäre die Verwendung des Begriffes „Talisman“ lieber. Talisman der zwei Wege:

Weg1: „Lernpfad = Weg der Fragen  – Weg2: „Urteilpfad“ = Kritikerweg = „Sumpf“ So werde ich immer daran erinnert, dass ich eine Wahl habe.

Wer den Weg der Fragen geht, der stolpert nicht.