Erinnern Sie sich? Teil 1 endete so:  Ankommen ist die vollkommene Liebe zur Freiheit der Seele.

Schauen wir uns doch mal verschiedenste Orte an die zum Ankommen einladen:

Die Theke. Brauchtum ist in den verschiedenen Kontinenten nicht sehr verschieden. Mag ein Indianer aus der Sonora Wüste (Arizona//USA) in Leipzig noch so hilflos herumirren, wenn er eine Theke erblickt, wird er wissen, wie er sich zu benehmen hat, Und umgekehrt. Ein Sachse in Indianapolis wird es auch wissen. Die Theke ist die Stätte der Freiheit. Der Freiheit zu reden und der Freiheit zu schweigen. Der Freiheit zu trinken. Der Freiheit zu knobeln. Die Freiheit der Behauptungen, Erzählungen, Sinnlosigkeiten, Albernheiten, Philosophien, Glauben und Nichtglauben. Diese unendlichen Möglichkeiten der Freiheit machen die Theke zu einem sicheren Ort. An einem sicheren Ort kann man hervorragend Gespräche, jeglicher Art, führen. In dieser Oase der menschlichen Seele, von Licht und Traum kann man getrost einen Tropfen Wermut in den Becher fallen lassen, ohne dass man sich gleich veranlasst sieht, den ganzen Becher ins Meer zu werfen. Aber Achtung, auch heute noch eher Männer. Frauen weniger. Was eine Rangordnung andeutet – unabhängig der jeweils geltenden gesellschaftlichen Normen.

In diesem Zusammenhang kann man auch die Orte Kaffeehaus, Restaurant oder Hotel-Lobby als Orte für Gespräche betrachten, aber laden sie auch wirklich zum Ankommen ein? Einige schon. Ich lebe in Hamburg und mag zum Beispiel das Literaturhaus Café oder die Lobby des Hotel Vier Jahreszeiten für meine Gespräche sehr gern. Stilvolle Eleganz und räumliche Größe laden mich zum Ankommen ein und geben mir die Freiheit Denken und Sprechen in Einklang zu bringen. Restaurant tun das manchmal, zuerst frei nach dem Schiller‘schen Motto „Wenn gute Reden sie begleiten, dann fließt die Arbeit munter fort“ etwa „Wenn gutes Essen sie begleiten, dann fließen die Gespräche munter fort“, und dann wegen der Disziplin zum Speisen wie zum Zuhören. Die Unsitte des Notierens und Auf-das-Handy-blicken wird etwas eingeschränkt.