Wir sprechen miteinander über gar nichts und schließen Freundschaften. Wir sagen oder schreiben Dringendes, Wichtiges, Entscheidendes und keiner hört, liest oder versteht es.

Sind Missverständnisse gewollt, beabsichtigt? Vielleicht.

Wenn das was wir fühlen oder denken oder meinen nach außen soll, wenn andere es verstehen sollen, dann muss das Gefühlte, Gedachte, Gemeinte zum Wort werden. Für den anderen verständlich, ohne sich zu verbiegen, ohne Angst etwas Falsches zu sagen, ohne Furcht nicht zu genügen. Wenn wir „Kommunizieren“ begeben wir uns außerhalb von uns, auf fremdes Territorium – hier ist alles anderes. Kommunikation heißt also „Draußen-sein“. Draußen muss fast immer neu erkundet werden. Kommunikation ist alles. Beobachtungen im praktischen Alltag zeigen, dass menschliche Kommunikation für Missverständnisse und Pannen vielfältigster Art anfällig zu sein scheint. Diese gefährden die Effektivität der Zusammenarbeit. Oft auch das seelische Wohlergehen der Menschen.

Das alles passiert trotz dessen, dass die Grundregeln der menschlichen Kommunikation sehr einfach sind:

1. Die eigene Meinung so darstellen, dass der andere sie verstehen, annehmen und wiederholen kann.

2. Zuhören – und zwar den Punkt, den der andere auch gemeint hat.

Aber das geht nun mal nicht so glatt in der Alltags-Praxis.

Aber: Menschliche Kommunikation ist eine für den Informationsaustausch grundlegende Notwendigkeit menschlichen Verhaltens mit dem Ziel, sich zu verständigen (Verstehen und verstanden werden) und in jeder Form die unendliche Möglichkeit des angenehmen menschlichen Zusammenlebens.Grundsätzlich ist es die menschliche Fähigkeit des Überlebens. Menschliche Kommunikation ist: Zusammenfassen von Kenntnissen = Zusammenwirken von Menschen = Fortschritt.

Soll das gelingen, dann muss in jeder menschlichen Begegnung alles getan werden, dass wir verstanden werden und auch selber verstehen können. In diesem Sinne ist „Menschliche Kommunikation“ alles was dem Zweck dient, soziale Kontakte aufzubauen, zu gestalten, zu vertiefen und zu erhalten, im Sinne: Zusammenfassen von Kenntnissen (Ich weiß mehr als nur meins). Sie ist immer solidarisch gemeint und auf den oder die anderen, die Gemeinschaft ausgerichtet. Sie soll das Zusammenleben von Menschen in den verschiedenen Gruppen und Gemeinschaften erleichtern. Gemeint als das Leben an sich. Das Leben ist eine schier unendliche Möglichkeit von Begegnung und Bewegung. Menschliche Begegnungen, Kontakt mit sich selbst und anderen, realisieren sich auf verschiedenen kommunikativen Ebenen. Immer nonverbal (nicht-sprachlich), meist verbal (sprachlich) und auch gestalterisch/technisch. Ganz gleich welche Ebene, Mittel, Formen oder Möglichkeiten der Einzelne hinsichtlich der menschlichen Kommunikation favorisieren will oder muss, er sollte immer bemüht sein, soziale Kontakte aufzubauen, zu vertiefen und zu erhalten. So funktionieren menschliche Gemeinschaften.In unserem ganz normalen Alltag geht es darum, Angst und Schweigen zu verhindern und den Dialog (ob nun rhetorisch oder dialektisch) und die menschliche Kommunikation (weltweit) zu fördern. Und zu wissen, dass Missverständnisse eben normal sind, denn Nichts ist geregelt, nichts ist klar und eindeutig. Vielleicht könnten einige Minimal-Forderungen helfen, wie

Die eigene Meinung so darstellen, dass der andere sie verstehen, annehmen und wiederholen kann.

Fasse Dich kurz. Schwafle nicht, Salbadere nicht, blähe nicht auf und walze nichts breit, widerstehe der natürlichen Lust am Schwatzen, verzichte auf jeden Versuch, deinen Wortschatz in der Mundhöhle zum Salat anzurichten.

Fass die Sache – triff das Ziel! Sprich anschaulich, konkret, lebendig – beiß zu!

Richte dich an den anderen erfülle seine Bedürfnisse.

Sprich fremde Emotionen an.

Beachte die kommunikative Intention des Zuhörers /Gesprächspartners.

Zuhören – und zwar den Punkt, den der andere auch gemeint hat. 

Wenn Menschen miteinander sprechen, dann wollen sie mehr als nur die Information. Sie wollen akzeptiert, angenommen und verstanden werden. Sie wollen Kontakt, Einfluss, die Möglichkeit der Darstellung und menschliche Wärme. Und das gilt immer, ob bei einer Verhandlung, einem tröstenden Gespräch … Diese Minimal-Forderungen der menschlichen Kommunikation, ermöglichen das Zuhören und Verstehen in menschlichen Begegnungen. Alles menschliche Verhalten für einen sinnvollen, fairen Umgang mit Menschen, verbal wie nonverbal, hat sich diesen unterzuordnen. Tut es das nicht, dann ist es an sich paradox oder eine kommunikative Illusion. Missverständnisse sind dann eben gewollt!