Worum geht es eigentlich wenn Menschen miteinander sprechen? Woher wissen wir eigentlich, dass das was der andere sagt wirklich stimmt? Und das was wir sagen? „Was geht ab?“ würden die heutigen Jugendlichen sagen.

Ja, was geht ab bei der Dialektik?

Als unvoreingenommener Beobachter von so manchem Gespräch, höre ich eher Irrungen, Wirrungen, Sprüche, Unverständliches. Soll in einem menschlichen Gespräch wirklich etwas „abgehen“, dann muss in jeder Begegnung alles getan werden, dass wir verstanden werden und auch selber verstehen können. Am ehesten gelingt es, wenn wir so sprechen, dass alle Aussagen – direkt und sofort – nachprüfbar sind, denn wo immer Menschen sich begegnen, zusammenarbeiten und gemeinsam leben wollen, ist Vertrauen das Wesentliche.

Vertrauen hat aber immer mit Glaubwürdigkeit zu tun. So ist ein menschliches Gespräch nichts anderes, als die Wahrheit zu sagen und nicht, mit Worten wahr zu machen, was nicht wahr ist. Wir Erwachsenen sprechen eher manipulierend, sind stolz auf unsere Motivationen, Tricks und Tücken, im Großen wie im Kleinen, Privat wie Beruflich, National wie International. Warum???

Tatsächlich wird in dieser maroden Erwachsenenwelt egozentrisches Verhalten, einseitige Nutzenorientiertheit und Funktionalität eher belohnt als sozial-produktives Verhalten. Dieses bedeutet jedoch Krieg hineinzutragen in den Betrieb, die Familie, die Gesellschaft. Das kann weder betrieblich noch gesellschaftlich gewollt sein. Es kommt also nicht darauf an, dass die bessere Rhetorik, geschliffenere Dialektik „siegt“, sondern es kommt allein auf die bessere Sache, das bessere Argument an. Das macht dauerhaft Entwicklung und Fortschritt von Systemen (Familie, Betrieb, Institution, Nation) im menschlichen Sinne möglich.

Genau darin liegt der Sinn der Dialektik begründet.

Der Zweck ist das Denken in Bewegung zu bringen.

Der Nutzen ist der gemeinsame Erkenntnis-Zuwachs.

Dialektik ist nicht Show, nicht Theater, nicht Verstellung, sondern zähes Bemühen um den anderen, die Wahrheit, die Sache, das Problem. Sie ermöglicht dem Menschen, ohne sich zu verbiegen, immer und zu jeder Zeit den fairen Umgang mit Menschen und Worten.