Geborgenheitsverlust ist ein längerer oder vorübergehender Zuwendungsentzug, vom Nichtansehen in einem Gespräch bis zur permanenten Abwendung und Nichtachtung.

Jeder Mensch will sein. – Will da sein. Er hat ein Bedürfnis nach Bestätigung seines Daseins. Dieses Bedürfnis ist das Motiv vieler menschlicher Handlungen, die über den eigentlichen Erhalt der zum Leben notwendigen Dinge: „Die drei großen L´s“ (Luft, Lebensmittel, Liebe) hinausgehen. 

Wird dieses Bedürfnis nicht befriedigt, dann sucht der Mensch nach Befriedigung. Das äußert sich fast immer durch Überkompensation von empfundenen und nicht bewusst empfundenen Defiziten. In den schlimmsten Fällen kommt es im wahrsten Sinne des Wortes zum Drama, Leben wird nicht mehr gelebt, sondern „aufgeführt“, z.B. durch 

Über-Aktivitäten (Work-Alcoholic …);

Flucht-Aktivismus (keine Muße finden …);

Kompensatorischer Ehrgeiz (Titel, Orden …);

Helfer-Berufe (Krankenschwester, Pfleger, Arzt,

Psychologe, Therapeut …); 

Flucht-Berufe (Reiseleiter, Archäologe …); 

„Sorge“ um „Schwache“ (alle kommen immer zu mir…).

Alle diese Menschen laufen (bisweilen rasen sie sogar) mit hängender Zunge durchs Leben. Bedenken Sie: Nur wer sich noch nicht gefunden hat, sucht sich ständig in anderen und anderem.

Teil 3 spricht den dritten Faktor „Störung der Ausdrucksfähigkeit“ an – das wohl bedeutende Phänomen der Gegenwart – am 19.12.18