Viele Menschen haben sich auf den Weg gemacht, sich zu finden. Es gibt tausende von Seminaren und Begegnungen zur „Selbstfindung“. Ich halte das für wenig effektiv und als Angebot auch für Scharlatanerie. Jeder Mensch ruht in seiner Persönlichkeit. Persönlichkeit ist alles was er bisher erworben hat. So wie er ist, mit allem was er ist. Sinnvoll ist es also nur in der Mitte seiner Persönlichkeit zu sein damit man alle selbst- und fremd-gesteuerten Harmoniestörungen erkennen und auch wieder beheben kann.

Harmonierstörungen, den Verlust der Mitte erkennt man durch

  • Kommunikationsunfähigkeit
  • Geborgenheitsverlust
  • Störungen der emotionalen Ausdrucksfähigkeit.

In diesem Teil geht es um die Kommunikationsunfähigkeit.
Die anderen beiden Schwerpunkte folgen am 5.12. und 19.12.18

Der krisenhafte Mensch lebt auf einer verbalen Insel und sieht kein Steg zum Ufer.

Kommunikationsunfähigkeit ist das Sprechen nur mit Bedingungen, also so genannt „zielgerichtet“. „Small Talk“ oder unterhaltende Plaudereien sind kaum möglich, ja bisweilen verpönt, mindest aber negativ belegt, auch so genannte „Freizeit-Gespräche“ sind immer „zielorientiert“, entweder schwerwiegend problematisiert oder grölend, dröhnend, lachend begleitet oder endlos immer gleichbleibend…

Sprechen dient weniger der Verständigung oder Bereicherung, sondern mehr der Selbst-Darstellung und Entertainment. Meinungen, Gedanken, Aussagen können nicht mehr mitgeteilt werden, ohne dabei unbedingt zu wollen, dass sie angenommen werden.

Kann man das nicht haben, real oder nur befürchtet, dann wird Sprechen negiert und manchmal auch die Personen, z.B. Das ist ein Schwätzer oder dieses Drumherumreden. In Wirklichkeit fürchtet man sich vor seiner eigenen Wortgewalt. Man kann und will nicht mehr aus sich herausgehen, sich offenbaren, sich mit anderen oder einer Sache auseinandersetzen.

Stattdessen wählt man die „Überlebensnummer“ „Recht zu haben“, gebraucht Rechtfertigungen, vermeidet es, die Realität wahrzunehmen. So ist es fast nur zu logisch, dass man „aus der Haut fährt“: Unkontrolliert, ungewollt und oft zur unrechten Zeit, an unrechter Stelle. Fatal. Kommunikation verkommt zu einem lustvollen bis qualvollen Selbstbezug.

Das Sprechen ist eher egozentrisch, alles dreht nur um sich selbst, man spricht nur im Jargon seiner Arbeit oder seines Lebensbezugs. Das macht einsam, das isoliert. Das wird dann auch noch unglücklicherweise „Übereinstimmung“ oder „gleiche Wellenlänge“ genannt. Durch diese Art des Sprechens will man jedoch nur eines, sich selber ins rechte Licht setzen und andere dafür ins Unrecht, aber für das, was man tut, was man erlebt und empfindet, nicht verantwortlich zu sein.

Und wie es um den Geborgenheitsverlust bestellt ist, das erfahren Sie beim nächsten „Denkstoff-Meeting“ im Dezember.