Darwin hat uns gelehrt: Vielfalt ist die Grundlage des Lebens. Variantenreichtum der Boden für Erfolg. Versuche, nicht Pläne, weisen in die Zukunft. Die meisten Menschen wissen das und leben auch so. Na, nicht ganz, manchmal versuchen wir unsere Nachkommen so werden zu lassen, wie wir sind oder gern sein wollten oder wie wir sie gerne hätten. Der Unterschied, das Unverwechselbare ist ganz normal.

Nein, so sagen Einige, so ist das Leben doch nicht. Und die Wirtschaft erst recht nicht. Andere glauben an den Unterschied. Was wieder einmal auf das Funktionieren der Unterschiedlichkeit hindeutet. Oder darauf, dass einigen ganz gründlich die Fähigkeit zur Unterscheidung ausgetrieben wurde. Warum nur?

Das WIR entscheidet? Schwarmdumm. Die Gruppe nivelliert sich nach unten, nie nach oben. Sie lähmt das Talent des Einzelnen. Fördert das Gruppendenken nicht das WIR-Gefühl und gibt uns damit Sicherheit? Ja, schon.

Wer glaubt, dass in einem Betrieb (klein wie groß, Handwerk wie Industrie, Laden wie Agentur) Menschen arbeiten, die alle die gleichen Bedürfnisse, Wünsche, Fähigkeiten, Fertigkeiten, Kenntnisse haben, und denkt, dass draußen Märkte seien, auf denen gleichförmige Kunden herumlaufen, gehört zu denen, die glauben, alles im Griff zu haben. Das mag zwar persönlich beruhigend sein, aber nicht sehr realistisch. Pleiten, Pech und Pannen zeichnen sich ab. Insolvenzen auch. Viele sind eine Sinn bringende Arbeit los geworden, manche gar ihren Arbeitsplatz. Die, die keine Hoffnung, wenig Zuversicht, kaum noch Glaube haben, mehren sich. Diese Krise durchdringt alle Sektoren unseres menschlichen Zusammenlebens in gleicher Weise, weil wir uns sowohl vom konkreten Leben als auch von deren geistigen Quellen entfernt haben. Jede Spezialisierung, jede Einfalt, jede Gleichmacherei bedeutet abwenden von den eigentlichen Problemen, abwenden vom Konkreten. Abstraktionen aber machen nicht satt. Jeder technische, wirtschaftliche, gesellschaftliche Fortschritt stellt so viele – bisher nie gekannte – menschliche Probleme auf, dass Lösungen nur noch im gemeinschaftlichen Kontext entstehen können. Gemeinschaft bedeutet Unterschiedlichkeit

Alle unsere Unternehmungen werden in der Zukunft notwendiger Weise nur unter gemeinschaftlicher Leistung von Kaufleuten, Wissenschaftlern, Technikern, Psychologen, Humanisten … gedeihen können. Die Zukunft ist aber jetzt. Und – wer nicht widerspricht, fliegt raus.

Es wird Zeit, dass wir uns aus dem Gefängnis unserer Spezialisierungen, Prägungen, Sprachlosigkeiten befreien. Statt dem lieber zusammenprallen, zusammenstoßen damit Bewegung ins Spiel bringen. Es wird Zeit, dass wir wieder Lust haben gemeinsam erfolgreich zu sein. Lust haben auf unsere Unverwechselbarkeit.

Der Unterschied macht’s! Her mit dem Nonkonformismus. Für erfolgreiche Unternehmen gilt: „Human diversity is a resource, not a handicap“.