ist ein Titel eines Buches von Frau Hildegund Fischle-Carl (Kreuzverlag Stuttgart – Berlin).

Diese Gedanken haben meine Gedankenwelt, die Grenzen meines Bewusstsein ein Stück erweitert. Oft haben mich die Gedanken meiner Lehrer meine Gedankenwelt bereichert. Dabei mache ich keinen Unterschied, ob es die meiner Putzfrau, meines Bank-Filialleiters, oder die anderer über alles geschätzten wie geliebten Menschen in meinen Leben, von denen ich einigen ganz nahe sein durfte, andere nur durch ein Medium oder von Ferne erleben und erfahren konnte. Sie alle sind in mir. So scheint mir Lehrer zu haben elementar im Leben zu sein. Oder anders ausgedrückt: Die Qualität des eigenen Lebens wächst direkt proportional zur Anzahl der Lehrer und Lehrerinnen, die wir im Leben haben. Welch ein wundervolles Potential nicht immer alles allein machen zu müssen. Welch ein wundervolles Potential für Leben. Wie steht es denn damit in Wirklichkeit? Sind wir bereit und Willens Lehrer zu haben? Nein in Wirklichkeit ist es doch so, lieber keinen Lehrer haben. Gibt man das zu, dann werden die Leute denken, es stimmt etwas nicht mit einem. Und wenn es schon erforderlich ist, beim Führerschein, einen PC zu bedienen oder anderes, dann aber schnell wieder weg, klamm heimlich, verniedlichend darüber sprechen. Kaum jemand von uns Erwachsen hat Kontakt mit Lehrern.

Woher stammt dieses Tabu gegen Lehrer? Ich selbst ermuntere viele, viele Suchende dazu, erlebe jedoch all zu oft, die Angst vor dem Lehrer. Einen Hausarzt, einen Zahnarzt, einen Lebensmittelhändler, gar einen Therapeuten, einen Anwalt oder einen Berater zu haben, das ist in unserer Welt noch völlig in Ordnung, aber Lehrer zu haben, das erscheint vielen als Absonderlich. Dabei weiß ich aus eigener Erfahrung, dass es mir immer dann ganz gut geht, je mehr Lehrer ich in mein Leben gebracht habe, ich für mich akzeptiert habe, – und ich habe viele Lehrer. Andere wissen das auch und ich weiß, dass die Lebensqualität anderer ebenso proportional zur Anzahl ihrer Lehrer wächst. Warum also dieses Tabu gegen Lehrer?

Es ist die übliche Verschwörung. Es ist die übliche Verachtung der Schwäche. Die Verschwörung, (über die selbstverständlich keiner spricht, sogar wenn man jemanden darauf anspricht, würde es dieser entschieden verneinen) die darin besteht, die Qualität der Lebenserfahrung auf einem möglichst niedrigen Niveau zu halten. Niedrig zu halten, damit es immer etwas geben wird, was gerade jenseits liegt und zu dem man aufsteigen kann. Niedrig zu halten, dass man vor allem nicht merkt, dass die Horizonte des Menschen grenzenlos sind. Niedrig gehalten, dass wir nicht merken, dass wir vollkommen sind. Lassen wir nun Lehrer zu, dann geben wir all denen, an dieser Verschwörung Beteiligten, Unrecht. Unrecht das ist das allerwenigste was wir Menschen haben möchten. Lassen Sie mich hier eines versichern, Lehrer in Ihrem Leben zu haben, ist kein Zeichen von Unvollkommenheit, Lehrer in seinem Leben zu haben ist kein Zeichen von Schwäche und Kleinheit.  Nein, denn Lehrer im Leben zu haben, dass belebt. Es gibt einfach keine Grenze bis zu der Sie die Qualität Ihres Erlebens des Lebens erhöhen können. Es gibt da kein Ende der Wahrnehmung. Kein Ende des Wissens. Lehrer bedeuten, erleuchtet sein, groß sein, stark sein. Lehrer zu haben bedeutet Meister zu sein, auch dann wenn man übt. Es macht einfach einen Unterschied ob man übt, um Meister zu werden oder ob man als Meister, übt. In dieser Hinsicht sind wir Menschen alle Meister – nur dann nicht mehr, wenn wir Lehrer aus unserem Leben verbannen. Das möchten viele, denn wer nicht  merkt, dem wird auch nicht bewusst. Nicht-Bewusstes ermöglicht mehr und leichtere Manipulation. Leichter zu manipulierende Menschen sind eine willkommenen Beitrag für die Mächtigen in Wirtschaft, Verwaltung und  Politik.

Sich selbst bewusste Menschen wollen direkt und jetzt leben und erleben, die kann man nicht mit Versprechungen auf die Zukunft abspeisen. Leben wir also jetzt, sprechen wir mit allen anderen Menschen. Kommunizieren wir miteinander und zwar so, dass wir wirklich hier und jetzt sinnvoll und lebenserhaltend miteinander leben und arbeiten können. Ich glaube, dass ich nur dann einen Menschen wirklich verstehen kann, wenn ich hören und fühlen kann, was er mir sagt und das gelten lasse, was er sagt, ohne es zu verneinen, ohne mich hinter Theorien zu verschanzen oder mich gegen ihn abzusichern und auch ohne meine eigene Meinung und mein eigenes Sein dafür aufzugeben. Das Leben ist eine einzige lebendige Form von Begegnungen. Die meisten Begegnungen können wir uns nicht aussuchen, sie werden uns geschickt – sie sind unser Ge-SCHICK; unser SCHICK-sal. Das einzige was wir tun können ist, die Gelegenheiten für Begegnungen zu mehren. Das können wir dadurch, indem wir mit anderen wahrhaft kommunizieren. Wahrhaft kommunizieren heißt, so mit anderen Menschen zu sprechen, das wir sie so wie sie sind, akzeptieren und nicht verneinen oder gar ablehnen oder das was sie sagen – und das dass was wir sagen, einzig und allein die Wahrheit reflektieret, unabhängig von dem, mit wem wir sprechen. Wahrheit ist hier nicht philosophisch gemeint, sondern in dem Sinne, das nur das gesagt wird, was stimmt, was wahr ist – und nicht die Masse der Worte und anderen Symbolen und Zeichen, mit denen versucht wird, die Wahrheit aus dem herzustellen, was nicht wahr ist.

Die einzige Art, wirklich zu kommunizieren, ist, die Wahrheit zu sagen. Wir sollten das immer tun, denn jede Lüge, Halbwahrheit, Notlüge und wie die Unwahrheit auch immer heißen mag, kommt wieder auf uns selbst zurück, denn das, was in uns ist, dass geben wir ja auch an andere weiter.

Bei jeder Form der Kommunikation – der wahrhaften wie allen anderen – begegnen wir Menschen.