Meine Familie hat mir „eingebläut“, dass es besser ist, so zu sein wie andere, denn einzigartig zu sein würde mir nur Schaden bringen. Gehorsam und Pflichterfüllung waren meinen ständigen Begleiter. Ich war damit durchaus „erfolgreich“. Trotzdem: Irgend etwas stimmte da nicht.

Durch mein Tun wurden andere immer wohlhabender immer glücklicher, ich nur immer fleißiger, arbeitsamer, beliebiger. Das hatte Methode. Gesellschaftlich gewollt? Und ich? Was wollte ich?

Langsam wurde ich rebellisch. Anfänglich ungeschickt. Später immer geschickter. Noch später fand ich dieBalance zwischen Konformität und Nonkonformität als Handlungsmaxime.

Als Nonkonformität werden persönliche Haltungen oder Einstellungen, individuelle Handlungen oder Positionen bezeichnet, die nicht in Übereinstimmung mit den allgemein anerkannten Ansichten oder Normen, der gültigen Etikette oder Lebensmodi oder dem vorherrschenden kulturellen Mainstream stehen.

Vorbild bewirkt. Abbild verschleiert. Kopie macht beliebig. Originalität bewegt.

Originalität gilt es zu fördern, statt konformes Denken zu unterstützen. Kann ein Einzelner was bewirken? Und kann ich der Einzelne sein? Ja!!!

Es geht nicht darum sich dem gegenwärtigen Hype anzuschließen, dass in der auf ständige Veränderung angelegten Marktwirtschaft (Gesellschaft) gerade in Krisenzeiten Querdenker, Außenseiter, Nonkonformisten, Exzentriker … eine wünschenswerte Bereicherung der eintönigen und eingefahrenen Alltagsroutine wären. Routine ist ebenso wesentlich wie Wandel.

Nein, es geht lediglich darum mit Unglauben auf das zu reagieren, was alle zu glauben scheinen und sich durchaus kritisch gegenüber Handlungsmaximen zu verhalten, die nach allgemeiner Auffassung die angeblich soziale Ordnung begründen. Es geht weiterhin darum, nicht unbedingt die stillen Annahmen der plausibel und seriös daherkommenden Urteile zu akzeptieren.

Wachsam sein! Richtige Fragen ergeben richtige Antworten. Niemals den Glauben an seine Ideen verlieren. Handeln – jetzt oder nie!

Nicht einfach nur auf dem gesellschaftlichen Parkett andersherum tanzen, sondern klar und deutlich seine Nonkonformität begründen – immer und in jedem Einzelfall und nicht als modisches, abweichendes, einmaliges Angebot der Laune

Horst Kusch