Eigentlich kann man Konflikte gar nicht lösen. Man hat sie nun mal wenn man lebt. Also gilt es, sie anzunehmen. Das ist schon der erste, wenn auch gewaltige Schritt zu Konfliktfähigkeit. Der Fähigkeit eines erwachsenen Menschen seine persönlichen Konflikte anzunehmen und diese aktiv und ohne Kompromisse zu einem Konsens zu führen. Dialektik kann helfen. Ursachen für Konflikte gibt es reichlich. Einige haben wir gemeinsam betrachtet. Einige können Sie noch aus Ihrem eigenen Erfahrungsschatz hinzufügen. Alles zusammen mag Sie dazu veranlassen, noch mehr als bisher das Leben zu beobachten, ohne das was geschieht sofort zu bewerten, zu beurteilen. Die vorherigen Betrachtungen zu den Ursachen von Konflikten auf und durch die Person, den Körper, die Arbeit sollen zunächst helfen, zu verstehen.

Konfliktlösungen sind nur durch konkretes Tun oder manchmal auch Nicht-Tun möglich. Aber allein unsere Betrachtungen und Analysen hier, werden Sie schon konfliktfähiger machen.

Dialektik – konsequent angewandt – kann Ihnen sogar helfen, Konflikte zu lösen und damit gar Krisen zu vermeiden. Realisiert wird die Dialektik durch die Bereitschaft zur Selbsterkenntnis und Akzeptanz. Akzeptanz ist das „Geltenlassen“ anderer Menschen, anderer Anschauungen, Sitten und Verhaltensweisen. Selbsterkenntnis ist das Wissen um die eigene Persönlichkeit.

Beides ist unbedingt notwendig für einen konstruktiven Umgang mit jedem Kommunikationspartner. Verstärkt wird es durch die konsequente Beachtung dieser „Haltungsregeln“:

  1. Sei altero-orientiert
  2. Sprich fremde Emotionen an
  3. Beachte die kommunikative Intention
  4. Analysiere und argumentiere logisch

 Altero-Orientiertheit ist die Fähigkeit eines Menschen, die es ihm erlaubt, sich selbst, seine Interessen, Bedürfnissen, Erwartungen, zurückzustellen und sich auf das Ziel, das er verfolgt und auf den oder die Menschen, mit denen er das Ziel erreichen will, so umfassend einzustellen, dass er auch wirklich das Ziel erreicht. Gehe auf den anderen zu und erfülle seine Bedürfnisse

Sprich fremde Emotionen an meint nichts anderes, als dass man gegen emotionale, rationale oder Sympathie-Widerstände eines Menschen nicht überzeugen kann.

Beachte die kommunikative Intension besagt, dass Jede Nachricht spricht vier verschiede, für das psychische und sozial gesunde menschliche Leben notwendige kommunikative Schichten an: 1.Information/Sache/Tatsachen – 2. Selbstoffenbarung –  3. Lenkung, Einfluss, Appell –  4. Kontakt. Jede Beschränkung auf nur eine Schicht oder eine Ansprache einer nicht gemeinten Schicht (hört sich an wie Information, meint aber Kontakt), reduziert in katastrophaler Weise die menschliche Kommunikation.

Analysiere und argumentiere logisch – gemeint ist mit dieser Regel, dass alles was gesagt wird, vollständig zu begründen ist, und das Gesagte so darzustellen, dass der andere die Folgerichtigkeit während des Sprechens erkennen kann und ihm das Verstehen erleichtert wird. Der Sprechende selbst die Aussagen des anderen analysieren und dadurch besser verstehen kann. Analyse und wertfreie Reflexion.

Und auch das hilft in besonderer Weise:

Entwickeln Sie die innere Bereitschaft mit Ihrem Partner sprechen zu wollen.Selbsterkenntnis – Vorurteile – Feind, Gegner, Partner, Absicht – Würde – Der andere bin auch ich!

Deutliches Interesse an dem Dialogpartner durch die nonverbale Kommunikation zeigen. Aufrechte Sitzhaltung – Wesenshaltung – Entspannung – Zuwendung – Wertschätzung

Sprechen Sie so verständlich, das der Partner Sie auch akustisch versteht. Wertbeziehung – Wortentwertungen – Müh

Eine emotional positive Gesprächsatmosphäre schaffen – Gefühle führen zum Handel.

Vermeiden Sie es, vorwiegend in Behauptungen zu sprechen.

Vermeiden Sie Suggestiv-Aussagen

Das kommunikative Handeln so gestalten, dass Sie zu Ihrem Gesprächspartner keine Distanz aufbauen – nur durch Nähe ist Verstehen möglich

Das kommunikative Handeln so gestalten, dass nach oder durch die Konfliktlösung kein Besiegter hinterlassen wird oder eine neuer Konflikt entsteht. Bestrafung-Bedrohung

 So die Interaktionen gestalten, dass Ihr Gewissen die handlungsleitende Instanz bleibt (nicht der Verstand). Rezepte für die Konfliktlösung kann es allein daher schon nicht geben.

Es geht um wahrhafte Kommunikation. Sie ist nicht die Masse der Worte und anderen Zeichen und Symbole, die versucht, die Wahrheit aus dem zu machen, was nicht wahr ist, sondern nur das, was Wahrheit reflektiert. Die einzige Art in der Sie wahrhaftig kommunizieren können ist die Wahrheit zu sagen. 

Diese Kommunikation bewegt Menschen, löst Konflikte, befreit aus Krisen und schafft einen Zustand der Einheit des SEINS, der LIEBE und der ZUFRIEDENHEIT. Kommunikation ist immer Bereicherung. Diese Intention ist das Wesentliche einer erfolgreichen Kommunikation (Rhetorik und Dialektik eingeschlossen). Sie geht von dem aus, der Sie sind. Halten Sie deshalb niemals irgendeine Kommunikation zurück. Es ist Liebesentzug. Gründe, Urteile, Glaubenssysteme, Schuld, Rechtfertigungen sind das, was sie sind, nämlich Mittel des Recht-habens. Recht-haben heißt den anderen ins UNRECHT setzen, heißt aber nicht Konflikte zu lösen. Wenn wir Recht-haben wollen, wenn wir siegen wollen, dann muss ein anderer verlieren. So werden dann die geschäftlichen, persönlichen, ehelichen Beziehungen zu einem Wettkampf. Konfliktlösungen sind nicht mehr möglich.Im Wettkampf geht es ums Siegen, manchmal ums Überleben. Für das Überleben ist das Organsystem Verstand zuständig. Er wird alles tun diesen Zweck zu erreichen. Sie werden entmachtet. Können nicht mehr denken. Denken und Verstand sind zweierlei. Nur so eine Idee: Warum sollen Sie nicht anderen Recht geben? Was würde es an der Wahrheit ändern? Was würde es an Ihnen und Ihrem SELBST ändern? Und noch eine Idee: Bedenken Sie, Sie sind immer auch der andere. Ohne den anderen können Sie nicht wissen, dass es Sie gibt. Also lassen Sie, lassen Sie zu – akzeptieren Sie!

 

„Es ist kein Tag so streng und heiß, dass sich der Abend nicht erbarmt, und den nicht gütig, lind und leis´ die mütterliche Nacht umarmt.“ (Hermann Hesse)