Das eine ist immer, das andere nur im Augenblick. Das eine ist unendliche Freiheit, das andere die Freiheit des Moments. Beide sind lebensnotwendig, denn imitieren führt zur Starrheit und letztlich zum „Sterben“. Es steht eine Entscheidung an. Eine Entscheidende. Das „Bauchgefühl“ sagt: „Genau so muss es sein!“  Da meldet sich der Verstand: Das wäre zu einfach. Entscheidungsvorlagen werden erarbeitet. Zusätzliche Analysen gemacht. Empfehlungen abgefragt. Noch eine zusätzliche Excel-Tabelle wird erstellt. Besser? Nicht immer. Oft wird das Emotionale nicht genügend bewertet. Wir sind verhaftet am Werk der „realen Vernunft“. Diese Werke machen nicht frei. Die Intuition schon.

Die Richtigkeit der Ergebnisse des intuitiven Handelns führt zu dem Vertrauen in die eigene geistige Kraft als ständigen Begleiter im ganzen Leben. Wer sich hingegen immer mehr darin übt, den rationalen und/oder formalen Anweisungen zu folgen, blockiert sein Denken und Handeln – er ist nicht mehr frei. Richtig ist: Durch die Gedankenkraft der Intuition die Illusion der Begrenztheit zu überwinden. Intuitives Handeln ist der genussvolle Augenblick der Freiheit.

Sind also Verstand und Intuition ein Paradox? Stören gar Gefühle erfolgreiche Arbeit? Emotionalität und Rationalität gehören zusammen. Ja, Verstand und Intuition können Hand in Hand gehen. Doch viele Menschen sind von Gefühlen getrennt. Auf allen Ebenen, allen Bereichen, allen Orten des menschlichen Zusammenlebens.

Denken ist immer emotionell getönt und umgekehrt: Unsere Emotionalität wird durch unser Denken beeinflusst. Alles bedingt sich gegenseitig. Jedes Erlebnis, jeder Bewusstseinsinhalt ist von vornherein immer auch angenehm oder unangenehm, interessant oder langweilig, erfreulich oder unerfreulich, mit anderen Worten: durch unsere Gefühle gefärbt. Alles was wir tun, kann nicht von der Allgegenwärtigkeit der Gefühle befreit werden. Soll unser Tun gelingen, dann muss es von unseren Gefühlen getragen sein. Also, wann immer wir erfolgreich handeln wollen, müssen wir immer rational und emotional begründet handeln. Denken und handeln sind immer emotionell getönt und umgekehrt: Unsere Emotionalität wird durch unser Denken und Handeln beeinflusst.

Alles bedingt sich gegenseitig. Denken und handeln kann nicht von der Allgegenwärtigkeit der Gefühle befreit werden. Emotionalität und Rationalität sind untrennbar. Es ist notwendig zu begreifen, dass das sich ausschließlich auf den Verstand und die Vernunft zu berufen, eher einem falschen und impotenten Selbstbildnis entspricht. Mindestens aber einem Hinkenden, denn es fehlt was. Und so schleppst Du alten Plunders mit Dir herum. Meistens um anderen zu gefallen. Das aber bedeutet Verfall. Andere jubeln. Dein phantastisches Denken verdorrt durch ständige Wiederholung des Gleichen. Infolge dieses falschen Gebrauchs wird es stumpf und glanzlos. Manchmal zeigen Deine Träume Dir Dein wirkliches Denken. Deine innere Kraft. Deine Intuition.

Die drei Ingredienzen der Intuition sind: Geistesgegenwart, Wissen, Entschieden. Die Quellen sind unsere Gefühle. Längst von der gegenwärtigen Hirnforschung belegt.

„Intuition ist die individuelle Kraft eines Menschen die Vernunft und den Verstand im Zaum zu halten. Ihre Zeit ist begrenzt, also verschwenden Sie sie nicht damit, das Leben eines anderen zu leben. Lassen Sie sich nicht durch Dogmen in die Falle locken. Lassen Sie nicht zu, dass die Meinungen anderer Ihre Stimme ersticken. Haben Sie den Mut Ihrer Intuition zu folgen. Alles andere ist nebensächlich.“ (etwas geändertes Zitat von Steve Jobs)

Intuition kann man erlernen. Es beginnt mit dem Wissen um das Bewusste und das Unbewusste. Dann folgt das Erleben und Erfahren. So viel wie möglich, ohne es sofort auf die Verwendbarkeit zu prüfen. Schlaf und Traum helfen dabei. Dann Beobachten – Beobachten – Beobachten, ohne etwas zu bewerten, zu beurteilen. Und letztlich immer wieder Üben – Üben – Üben. Neugier, Mut und Lust zu lassen. Die Intuition ist das Ergebnis von Lernprozessen. Sie bezieht ihre Kraft im Sinne von Weisheit aus Erfahrungen und Routinen, die sich im Laufe des Lebens einstellen. Die Intuition kommuniziert mit dem Verstand durch die Gefühle. Ein Kind kann nicht intuitiv sein. Es probiert einfach und so beginnen Lernprozesse. Wird es darin unterstützt, seine Neugier gefördert, dann wird der Erwachsene immer Mut zur Intuition haben.

Kreativität ist ebenso erlernbar. Kreativität ist die Natur der Geistesblitze. Kreative Momente sind „Heureka-Erlebnisse“. Diese zu realisieren benötigt wieder Intuition und Vernunft. Kreativität hat nichts damit zu tun, wenn man etwas anders macht, als man es bisher gemacht hat. Dass kann auch jeder „Dumme“. Kreativität entwickelt sich erst im Aufmerksamkeitsüberschuss, d.h.: Erst wenn alle seine anderen Bedürfnisse abgesichert sind, kann sich der Mensch den Luxus erlauben, Muße zu finden und Geistesblitze zuzulassen, also Gedanken über NEUES zu machen. Logik und Verstand können einfach nichts NEUES schaffen, die Intuition aber schon. Intuition ist die Kraft des Fortschritts. „Die menschliche Zivilisation macht in dem Maße Fortschritte, in dem sie nicht darüber nachdenken muss, wie sie Probleme löst“ sagt Alfred North Whitehead (Mathematiker). Erst wenn das Gehirn ruht, wenn es ganz stille ist, sind kreative Höchstleistungen, also Geistesblitze möglich. In betriebsamen Räumen oder einer betriebsamen Umgebung ist das nicht möglich. Unsere Intuition könnte uns aber helfen, diese Ruhe zu schaffen.