Diese Hypothese werden in 4 Teilen dargestellt. Teil 2, 3, 4 folgen in Abständen von 10 Tagen.

HYPOTHESE 1: Führungskräfte (als hierarchische Leitung, Projektleitung und/oder Leitung durch Berater, Trainer … gemeint) sind auf fast alles vorbereitet.  Meinen sie – und Ihre Bildung soll ihnen helfen, die Phänomene des beruflichen Alltags zu meistern?! Tatsächlich ist es in der Realität nicht ganz so einfach, und das trotz Demokratisierung, Mitbestimmung, interaktioneller Betriebsführung, Organisationsentwicklung oder anderen strukturellen Veränderungen.

Lösungen für betriebliche Probleme sind Gewissensfragen. Diese Gewissensfragen sind oft sehr heikel und schwer zu entscheiden. Darauf sind die meisten Führenden nicht vorbereitet. Schwerwiegender – sie sind meistens allein.

So wird zur Lösung der Probleme genau das herangezogen, was meistens erst die Probleme verursacht – der Verstand.

In Wirklichkeit lassen sich die meisten Menschen viel weniger von verstandesmäßigen, vernünftigen Überlegungen leiten, als sie meinen. Eher werden sie von Leidenschaften, Gefühlen, Machtbedürfnissen, Zweifeln, Mitarbeitern, Bedingungen, Beratern und anderen „Lobbyisten“ getrieben. Einige wissen das. Wollen sich befreien. Sie wollen gerne überlegen, nachdenken – aber es fehlt ihnen die Zeit dazu, manchmal fehlt ihnen auch ein Partner, der absichtslos zuhört, Impulse gibt, mit ihm in ein Gespräch eintritt – nicht ziel- oder themenorientiert, sondern um schwierige Entschlüsse zu erwägen, Probleme zu klären, Spinnereien zuzulassen, mit seiner Intelligenz zu spielen, sein natürliches Gespür, seine Intuition wieder zu erleben.

Quatsch?

Nein, diese Faktoren sind entscheidend in Führungs- und Entscheidungssituationen, entscheidend für den persönlichen wie betrieblichen Erfolg. Das alles kommt nicht Schritt für Schritt, sondern schlagartig. Intuition ist nur deshalb mysteriös, weil sie schwer in Worte zu fassen ist. Der Weg, seine persönliche Intuition zu leben, alte Gewohnheiten zu überwinden, kann in einem Coaching beginnen.

Losgelöst von den Bedingungen und Begrenzungen des betrieblichen wie privaten Alltags, in einer vertrauensvollen Atmosphäre, so miteinander zu sprechen, dass alle eigenen Gedanken – längst vergessene wie hoch aktuelle oder auch ganz „neue“ – wieder ins Bewusstsein kommen und nach außen wirksam werden. Bewegung ins Spiel bringen.

In Streitfällen, Diskussionen, Verhandlungen, Gesprächen stehen Meinungen gegeneinander. Jeder hat seinen persönlichen Bezug zu dem Dargelegten und bezieht seinen Standpunkt. Um eine Einigung zu erzielen, muss Bewegung ins Spiel kommen. Gedanken wollen laufen, schließlich will man ja einen Austausch in Gang bringen, ein Ziel erreichen. Wenn man an einem Punkt stehen bleibt, wird das unmöglich.

Das Loslassen von einer Meinung, eines Standpunktes bedeutet jedoch nicht, seine Gedanken oder seine Person aufzugeben. Das Problem wird lediglich aus seinen besonderen Umständen herausgelöst und in einen allgemeinen, grundsätzlichen Kontext gestellt. So wird die Voraussetzung geschaffen, über den Gegenstand des Konfliktes, des Problems an sich zu sprechen und sein Gedanken zu präzisieren. Das alles kann Aufgabe, Zweck und höchstes Ziel in einer Coaching- Situation sein. Alles Werden wird geführt. Es wird entworfen. Mit dem Entwurf entstehen Identifikation und Leistungsbereitschaft. Aufgabe des Führenden ist es, dem Wachsen des Miteinanders einen Weg zu bereiten.

Bleibt man an einem Punkt stehen, wird es unmöglich. Noch einmal: Bewegung muss ins Spiel kommen.

Innerhalb dieser Bewegung wird der gemeinsame Weg projektiert.

Es folgen Teil 2, 3 und 4.