Führen heißt Beziehungen zu haben – mit sich selbst und anderen! Jeder Mensch hat die Fähigkeit mit anderen beziehungsfähig zu sein. Wenn es in menschlichen Beziehungen – privat wie beruflich – kriselt, dann kommt immer häufiger der Vorwurf: „Du bist nicht beziehungsfähig! Und Männer (meistens – und auch gerne in Führungspositionen) kokettieren dann auch gern damit: „Ich würde ja gern, aber ich bin nun einmal nicht beziehungsfähig – und außerdem ist das auch nicht immer relevant!“

Ausreden nichts aus Ausreden. Denn niemand ist gänzlich unbegabt hinsichtlich der Beziehungsfähigkeit. Man muss sich nur dazu bereit erklären. Man muss sein Verhalten entsprechend anpassen. Wer das kann, kann sich binden – ohne seine Autonomie zu verlieren. Wer nicht autonom bleibt, der verliert sich eben selbst.

Und dann beginnt die Flucht in die Arbeit, die Funktionen, Hobbys, Fitness-Wahn und andere Außenbeziehungen. Die Nähe zu sich selbst und zu anderen hält sich dann auch in Grenzen. Ist üblich und wird belohnt. Meistens jedenfalls. Selbsterkenntnis ist von Nöten. Erkennt man seine eigenen Muster, dann kann man auch stabile Beziehungen eingehen. Überall, im Beruf, in der Gesellschaft, in der Partnerschaft, der Familie. So gelingt eben auch alles Wesentliche im Leben: Führung, Kommunikation, Arbeit, Erfolg, Gemeinschaft, Partnerschaft.

Beziehungsfähigkeit = Liebesfähigkeit ist das seelische Vermögen, die eigenen Bedürfnisse (wenn man sie denn kennt) nicht höher zu stellen (oder zu bewerten), als die Bedürfnisse der oder des Anderen. Verwirklichen lässt es sich nicht allein durch ein Gefühl, sondern nur durch „Hand-lungen“ in Wort und Tat. Das gilt für Ziele und Absichten, Vereinbarungen und Pflichten, Glaubwürdigkeit und Vertrauen, Führen und Verhandeln. Eigentlich für alles. Alle menschliche Kommunikation ist „eine Beziehung eingehen“ immer, ob wir es wollen oder nicht, denn wir nehmen immer Einfluss auf den anderen. Einfluss nehmen ist eben Beziehung. Das muss immer wieder geübt werden. Also ist das Üben von Rhetorik (gutes Reden in der Öffentlichkeit) und Dialektik (Gespräche jeglicher Art zu führen) wesentlich für die Entwicklung einer Persönlichkeit – individuell. Sabbeln kann auch jeder Idiot. Arbeit kann auch der Dumme. Gute Reden und Gespräche zu führen dazu braucht es wirkliches Können. Meister eben die immer wieder üben! Deshalb persönlichkeitsbildende Rhetorik- und Dialektik – Seminare. Sage ich: Horst Kusch