Ich habe irgendwo gelesen das jemand (PLATON – griechischer Philosoph der Antike – 428 bis 348 vor Chr.) gesagt hat: „Wer aufgehört hat etwas zu werden, der hat aufgehört zu sein!“ Ja, das SEIN ist entscheidend. Nicht das SELBST und schon gar nicht das EGO. Die meisten Menschen sind weder das eine noch das andere, sondern ihnen genügt die Existenz durch die berufliche Rolle. Nicht verwunderlich. Auch mein Lebensweg der Erziehung war darauf ausgerichtet. Die instrumentelle Intelligenz des Funktionierens wurde konsequent gefördert. Das brachte Erfolg. Erfolg verstärkt aber auch das, was für das Leben nicht gerade sinnvoll ist. Und auch das ist Fakt: In der instrumentellen Intelligenz (gekennzeichnet durch den Werkzeug-Gebrauch der Affen), also der Funktionalität ist uns jedes Tier haushoch überlegen.

Für den Menschen könnte diese Ausschließlichkeit der Erziehung nur eines bedeuten: Erziehung zur Trotteligkeit. Prima! Hier sind wir alle gleich. Hier fühlen wir uns wohl.  „Trottel“ ist ein Mensch der immer jemand anderen braucht, der ihn voran prügelt, motiviert. Und wenn etwas „schiefläuft“, dann sind immer die anderen Schuld. Wer kennt das nicht? Es ist ja so schön bequem. Aber beileibe sind nicht alle „Trottel“ gleich. Es gibt verschiedene Kategorien – Typologien:

Die intellektuellen Trottel – das sind die, die glauben nicht genügend Hirn zum Selbstdenken zu besitzen oder fürchten dieses könnte sich abnutzen. Sie fragen lieber andere: Wer bin ich? Was soll ich tun? Wohin soll ich gehen? Oder glauben alles selbst zu wissen, können es aber nicht anwenden. Oder sind flott mit Schuldzuweisungen an andere.

Die emotionalen Trottel – das sind die die immer auf jemanden gewiesen sind der ihnen sagt, dass er sie mag, dass er sie liebt, dass sie schön sind, gut sind. Natürlich brauchen wir alle die Liebe und Zuneigung des anderen, aber muss er es immer beteuern? Und wenn nicht – dann ist die Trennung, Scheidung schnell da.

Die moralischen Trottel – das sind diejenigen, die ständig Zustimmung von außen benötigen, bevor sie sich für etwas entscheiden. Es sind mit Sicherheit die gefährlichsten von allen. Sie versauen sogar Befragungsergebnisse. Der moralische Trottel ist jemand der andere braucht, die ihm sagen, ob das, was er macht, gut oder schlecht ist oder mit dem Verhalten der Mehrheit übereinstimmt.

Was soll das also? Erziehung zum willenlosen Konsumenten auf allen Ebenen wirklich gewollt? Ich glaube ja. Es ist pure Absicht! Doch:

Wer nicht selbständig und klar denkt, kann auch nicht klar sprechen – und schon gar nicht klar handeln.

Wo sollte also Erziehung hinführen?

Nun, zunächst zur gleichbedeutenden Entwicklung und Förderung der sozialproduktiven Intelligenz (emotional, individuell, persönlich). Durch sie werden alle unsere kulturellen Leistungen deutlich: Höflichkeit, Respekt, Anstand. Weiterhin Förderung und Entwicklung der Neugier und Kreativität. Sie werden deutlich durch alle großartigen Leistungen im menschlichen Leben, ganz gleich ob in Technik, Musik, Theater, Kunst oder Gestaltung. Und dann zur Sprachgewandtheit – sie ist nichts anderes als die Erziehung zur sozialproduktiven Intelligenz. Hier schließt sich der unendliche Kreis der Schöpfung. Konkret und praktisch kann es durchaus einem sehr, sehr leidenschaftlichen Naturforscher oder einem hervorragenden Techniker, Ingenieur nicht schaden, sein Sprachgefühl zu schulen und zu vervollkommnen. Damit auch der andere versteht um was es geht. Sprache ist das Relais zum Außen. Sie verbindet das eigene Denken und Wissen mit allem anderen Denken und Wissen.

So und nur so ist menschlicher Fortschritt möglich.

Diese Art der Erziehung (wenn überhaupt) sichert zwei für das menschliche Leben elementare Fähigkeiten ab: Lieben und Verstehen. Beide bedingen einander. Das was man liebt, kann man besser verstehen oder umgekehrt, man versteht eigentlich nur das, was man liebt. Wie viel leichter, schneller, billiger und effektiver wäre jedes menschliche Lernen – als Kind wie auch als Erwachsener?